Von Moody’s 1918 bis BP heute – die vergessene Aktie der Anglo-American Oil Company

Manchmal erzählt ein altes Börsenhandbuch mehr über die Dynamik der Märkte als jede aktuelle Chartanalyse. Im Moody’s Analyses of Investments von 1918 findet sich das Profil der Anglo-American Oil Company, Ltd. – damals noch ein wichtiger Arm des Standard-Oil-Imperiums in Europa.

Ein Relikt aus einer anderen Zeit

Die Bilanz von 1913 bis 1916 zeigt ein Unternehmen, das Millionen Pfund an Vermögen verwaltete, Treibstoff vertrieb und eine Schlüsselrolle im europäischen Energiemarkt spielte. Für Anleger wirkte die Aktie solide: stetige Gewinne, eine starke Muttergesellschaft und ein klarer Expansionskurs. Moody’s listete nüchtern: Assets, Verbindlichkeiten, Gewinn- und Verlustrechnung – so, wie man es auch heute in jedem Investment Guide erwartet.

Wachstum trotz Weltkrieg

Zwischen 1913 und 1916 steigerte die Anglo-American Oil Company ihre Bilanzsumme und Gewinne deutlich – und das mitten im Ersten Weltkrieg. Moody’s weist in der Ausgabe von 1918 eine Ausweitung der Assets um fast 50 % aus. Grund dafür war die massiv steigende Nachfrage nach Treibstoffen: Für die Royal Navy, für Fahrzeuge an der Front und für die industrielle Produktion im Hinterland. Öl löste Kohle zunehmend ab, und wer damals in Anglo-American investiert war, profitierte direkt vom „neuen Blut der Industrie“. Trotz globaler Unsicherheit zeigte sich das Geschäft widerstandsfähig, krisenfest und wachstumsstark – eine Blaupause für Energiekonzerne bis heute.


Historische Kursentwicklung?

Leider sind konkrete Kursdaten zur Anglo-American Oil Company, Ltd. zwischen 1913–1916 kaum erhalten. Die Aktie war an der London Stock Exchange notiert, doch Preisreihen aus dieser Zeit sind lückenhaft und nicht wie heutige Charts digitalisiert. Sicher ist:

  • Der Handel an der Börse wurde während des Kriegsausbruchs 1914 teilweise ausgesetzt (die London Stock Exchange war von August bis Dezember 1914 geschlossen).
  • Nach Wiederöffnung stiegen Ölwerte vergleichsweise schnell, weil Öl als strategisch unverzichtbar galt.
  • Historische Anlegerberichte deuten auf eine stabile bis leicht steigende Kursentwicklung hin, was sich mit den Bilanzzuwächsen deckt.

👉 Fazit: Die Aktie dürfte in den Kriegsjahren stabil bis positiv gelaufen sein, auch wenn exakte Kursreihen heute schwer greifbar sind.

Hightech von 1915: Die Tankerflotte

Spannend ist ein Blick ins Detail: Anglo-American betrieb bereits damals eigene Dampfschiffe und Öltanker. Statt Öl wie früher in Fässern zu verschiffen, wurden die Rohstoffe nun direkt in Tanks geladen – eine Innovation, die den internationalen Handel revolutionierte. Die berühmte Glückauf von 1886 hatte den Anfang gemacht, und 30 Jahre später waren Tanker für Standard Oil & Co. längst Standard. Anleger, die 1918 Aktien hielten, waren also indirekt an einer der modernsten Logistikketten ihrer Zeit beteiligt.

Was geschah mit der Aktie?

Die Pointe: Diese Aktie gibt es längst nicht mehr. Die Anglo-American Oil Company wurde im Laufe der Jahrzehnte Teil der Umstrukturierungen, aus denen schließlich BP (British Petroleum) hervorging.

  • Zunächst noch als Tochter von Standard Oil aktiv.
  • Nach der Zerschlagung von Standard Oil 1911 eigenständiger unterwegs.
  • Im 20. Jahrhundert integriert und umbenannt – bis zur weltbekannten Marke BP.

Damit wurde aus einem Börsenwert, den Moody’s 1918 wie selbstverständlich auflistete, ein Stück Unternehmensgeschichte.

Warum das wichtig bleibt

  • Lektion für Anleger: Auch solide Aktien verschwinden – durch Fusionen, Umbenennungen oder Aufkäufe. Wer sie hielt, bekam irgendwann andere Papiere ins Depot.
  • Lektion für Historiker: Finanzmärkte sind lebendige Organismen. Die Anglo-American-Aktie erinnert uns daran, dass aus „langweiligen Bilanzzeilen“ globale Energieriesen entstehen können.
  • Lektion für die Gegenwart: Was heute als unverrückbar gilt, kann morgen schon Teil einer neuen Struktur sein.

Optimistischer Ausblick

Genau hier liegt die Magie der Kapitalmärkte: Wandel ist nicht Risiko allein, sondern auch Chance. Aus dem Öl-Tankerbetrieb von 1915 entstand ein Weltkonzern, der bis heute die Energieversorgung prägt.

Wer also in alten Investment Guides wie dem von Moody’s blättert, liest nicht nur Zahlen – sondern die ersten Kapitel von Erfolgsgeschichten, die bis in unsere Zeit reichen.


👉 Fazit: Die Anglo-American Oil Company-Aktie ist Geschichte. Doch ihre Spur führt direkt zu BP – und die Tanker von damals erzählen uns noch heute, wie aus technischer Innovation globale Marktführer entstehen.

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