
Liebe Leserinnen und Leser,
wir blicken heute auf Danone, den weltbekannten französischen Lebensmittelkonzern, der jüngst seine Zahlen zum ersten Quartal 2025 präsentierte. Trotz eines Umsatzanstiegs von 4,3 % auf 6,8 Milliarden Euro – was sogar über den Erwartungen der Analysten lag – fiel die Aktie nach Bekanntgabe leicht zurück. Der Grund: Die sogenannte Volumen-Mix-Komponente, also die tatsächliche Verkaufsmenge in Verbindung mit der Preisgestaltung, enttäuschte mit mageren 1,9 %. Das zeigt: Wachstum durch Preissteigerungen ist gut – aber nachhaltiges Wachstum braucht mehr Nachfrage.
In Nordamerika half vor allem das wachsende Interesse an proteinreichen Joghurts, während in China die Nachfrage nach Säuglingsnahrung das Wachstum trug. Besonders auffällig: Der Umsatz in der Region China stieg um satte 10 % – ein starkes Signal für das Segment „spezialisierte Ernährung“. Dieser Bereich steht für medizinisch ausgerichtete Produkte und Premium-Babynahrung und zählt zur margenstärksten Sparte im Konzern.
Auch in anderen Segmenten, etwa bei Mineralwässern oder pflanzlichen Milchalternativen, zeigte Danone Stärke und übertraf die Erwartungen. Dennoch äußerten sich einige Analysten wie jene von Jefferies zurückhaltend – man hatte sich mehr Volumenwachstum erhofft, und die derzeitige Bewertung der Aktie sei angesichts hoher Erwartungen eher ambitioniert.
Was mich als langfristig orientierten Investor besonders interessiert:
Danone hält an seiner Prognose fest, den Umsatz 2025 um 3 bis 5 % zu steigern – ein solider Zielkorridor in einem Umfeld voller Unsicherheiten. CEO Antoine de Saint-Affrique verfolgt zudem eine klare Strategie: Mit Produkten, die die Darmgesundheit fördern und einem verstärkten Fokus auf gesunde Ernährung, will er Danone wieder in die Offensive führen. Gerade in Zeiten steigender Fettleibigkeit und wachsendem Gesundheitsbewusstsein – auch getrieben durch die Verbreitung von Adipositas-Medikamenten wie Wegovy – ein kluger Schritt.
Nicht zu vernachlässigen ist der demografische Rückenwind:
Eine alternde Gesellschaft braucht zunehmend spezielle Ernährung – ein Megatrend, von dem Danone langfristig stark profitieren dürfte.
Was heißt das für uns?
Die Stärke in margenstarken Segmenten, gepaart mit Innovationskraft und einem zukunftsweisenden Fokus auf Gesundheit, stimmt mich langfristig positiv – auch wenn die Aktie aktuell nicht günstig erscheint. Für antizyklisch denkende Anleger ist Geduld gefragt, aber ein Blick auf Danone könnte sich auf lange Sicht lohnen. Für die nächste Kursrally braucht es aber stärkere Impulse im Absatzvolumen – insbesondere in den etablierten Märkten Europas, wo die Preise aktuell stagnieren.
